+++ Schulstart mit Fernunterricht führte in Baden- Württemberg zum voraussagbaren Chaos . Was tun? +++

Ein Hauptproblem lag darin, dass sich Schüler von ihrem heimischen Rechner aus nicht bei Moodle anmelden konnten. Moodle ist die veraltete Lernplattform, die nicht ohne Grund von der neuen Lernplattform ella ersetzt werden sollte, aber das Projekt wurde von der Landesregierung in den Sand gesetzt. 2021 sollte es im zweiten Anlauf betriebsbereit sein, aber jetzt ist 2021, und ella ist wieder nicht betriebsbereit.

Nach der Corona-Pandemie im Frühjahr 2020 hat das Land Moodle mit Serverkapazitäten gestärkt, aber, wie man sieht, nicht genug. Die Server waren am Montag schlicht überlastet. So vernichtet man die Akzeptanz für digitales Lernen in den Lehrerkollegien nachhaltig.

Die SchwäZ meldet: „Laut Kultusministerium nutzen 2000 der rund 4500 Schulen im Land Moodle. Etwa 200, also jede zehnte, sei von der Überlastung betroffen gewesen. Andere Schulen arbeiten stattdessen mit zum Teil selbst erschaffenen LernmanagementSystemen oder auch privaten Software-Produkten etwa von Microsoft.“

Das Kultusministerium unter Eisenmann (CDU) hat es also in all der Zeit noch nicht einmal geschafft, die Hälfte der Schulen zur Arbeit mit einer von ihm favorisierten, wenn auch veralteten, Lernplattform zu veranlassen. Was für ein lächerlicher Lotterladen! Stattdessen ein Flickenteppich oder schlicht gar nichts, vermutlich weil kein schneller Internetanschluss vorhanden ist.

Die vom KuMi erlaubte Videoconferencing- Software BigBlueButton war ebenfalls überfordert. Sobald in einer Klasse 30 Schüler die Videofunktion anhaben, bricht der Stream zusammen. Deshalb arbeiten Schulen aus Verzweiflung mit kommerzieller, aber vom Land aus Datenschutzgründen verbotenen Videoconferencing- Software.

Der Vorsitzende des Vereins für Gemeinschaftsschule, Matthias Wagner- Uhl, kommentiert das laut SchwäZ so: „Während kommerzielle Lösungen wie MS Teams/ Office 365 oder itslearning zuverlässig performen, kann man dies von den viel gepriesenen Landeslösungen nicht sagen.“

Ich plädiere hier nochmals für den Kauf einer Lernplattform mit integriertem Videoconferencing- System, deren Implementierung in allen Schulen mit verpflichtenden Lehrerfortbildungen zu deren technischer Bedienung und unterrichtlichem, pädagogischen Einsatz von oben. Jede Schule muss mit schnellem Internet versehen werden.

Blog Technik / Pädagogik: Wo muss Bildungspolitik bei der Digitalisierung des Lernens ansetzen?
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Wie digitales Unterrichten die Hausaufgabenbesprechung verändert
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Wie digitales Unterrichten den Unterrichtsverlauf verändert
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