+++ Baden-Württembergs Schulen bleiben zu. Es findet digitaler Fernunterricht statt. Bloß wie? Das nächste Desaster kommt bestimmt. +++

Ab dem 11. Januar bleiben die Schulen geschlossen. Am Donnerstag wird in Stuttgart entschieden, ob Grundschüler und Schüler der Abschlussklassen am Präsenzunterricht ab 18. Januar teilnehmen.

Die SchwäZ berichtet: „Der Unterschied zum Fernunterricht im vergangenen Jahr ist allerdings gravierend. Es können alle Unterrichtsinhalte, die im Fernunterricht erbracht, erarbeitet, geübt und vertieft werden, diesmal auch Gegenstand einer Leistungsfeststellung sein. Und der Fernunterricht unterliegt den gleichen Kriterien wie ein normaler Schulunterricht.“

Wenn das rechtlich Bestand haben und in der Praxis funktionieren soll, müssen die praktischen Voraussetzungen dafür geschaffen sein. Immerhin hat die Stadt Laptops für bedürftige Schüler zur Verfügung gestellt. Das ist gut. Eine funktionierende Lernplattform dagegen fehlt, so der geschäftsführende Schulleiter der Häfler Schulen, Steffen Rooschüz. Immer noch. Seit Jahren.

Er beklagt die mangelhafte Ausstattung der Lehrkräfte und fragt: „Mit was sollen die denn arbeiten? Mit privaten Laptops?”

Ja, warum nicht? Die Geräte sind doch da. Es geht auf Dauer auch nicht anders. Auch die Schüler werden im Präsenzunterricht irgendwann ihre eigenen Smartphones oder Tablets benutzen müssen, denn der Staat kann die digitale Ausrüstung auf Dauer wohl kaum bezahlen und die Betreuung der Technik auch nicht, zumal wenn er nebenher die ganze Welt und noch das Klima retten muss.

Ein zentrales Problem kommt dann mit dem Datenschutz beim digitalen Fernunterricht. Die SchwäZ schildert: „ Eine Unterrichtsstunde, in der ein Teil der Schüler anwesend ist, ein anderer Teil per Video zugeschaltet ist, kann aus Datenschutzgründen nur so übertragen werden, dass die Bilder und Beiträge der anwesenden Schüler ausgeblendet werden.“

Und wie bitte soll da richtiger Unterricht stattfinden? Die Landesregierung hatte jetzt ein Dreivierteljahr Zeit, um das Problem zu lösen, die rechtlichen Voraussetzungen zu schaffen und sich auf eine entsprechende App festzulegen, aber das geschah leider nicht. Technisch funktionierende Apps bestehen, aber man soll sie nicht benutzen dürfen?

Ein verpflichtendes Fortbildungsprogramm für digitalen (Fern)unterricht für Lehrkräfte hat die Landesregierung ebenfalls versäumt.

Es läuft wohl darauf hinaus, dass wieder Aufgaben und Lösungen verschickt werden. Mit richtigem Unterricht hat das wenig zu tun.

Das Versagen der gesamten Politik, auch der sogenannten Opposition, bei der Digitalisierung der Schulen ist fundamental. Es ist ein Desaster.

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