Kommentar zur Resolution der AfD-Bildungspolitiker in Bund und Ländern, Achtes interfraktionelles Treffen 26. Oktober 2020

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>In der Corona-Krise zeigt sich einmal mehr, dass die von Bund und Ländern im „DigitalPakt“ beschlossene Digitalisierung unseres Bildungswesens der falsche Weg ist: Allein mit Tablets, Computern und digitalen Lehrprogrammen kann unseren Schülern kein qualitativ hochwertiger Unterricht erteilt werden.<

Das wird so doch von keiner Partei vertreten. Das Problem stellt sich so gar nicht, sondern es geht darum, einen aktualisierten, modernen lernziel- und schülerzentrierten Unterricht zu verwirklichen, der von modernen Medien getragen wird.

>Vor allem jüngere Schüler sowie Schüler aus bildungsfernen Haushalten brauchen für den Lernerfolg die persönliche Zuwendung und Nähe des Lehrers. Computergestützte Medien können dies nicht ersetzen, sie können allenfalls ein Hilfsmittel dabei sein.<

Persönliche Zuwendung und Nähe: Binsenweisheit. Das Verständnis der AfD von computergestütztem Unterricht scheint darin zu bestehen, dass die Schüler willkürlich auf ihren Geräten herumdaddeln und der Lehrer nichts damit zu tun hat, sondern von irgendwelchen Computerprogrammen ersetzt wird. Es wird Zeit, sich von diesem Missverständnis zu befreien.

>Wir vermissen eine intensive Debatte darüber, wofür Digitalisierung dienen soll.<

Dann fangen Sie doch endlich mal damit an. Wie sieht Ihr Konzept eines digitalen Unterrichts aus?

>Die AfD Bildungspolitiker in Bund und Ländern fordern daher:

- Der Unterricht muss weiter von fachlich ausgebildeten Lehrern verantwortet werden.<

Wer will das nicht? Fensterrede

>- Digitalisierung ohne Konzept ist schlechter als keine Digitalisierung.<

Ja, aber bitte eines liefern.

>- Digitalisierung muss altersgerecht erfolgen.<

Sicher.

>- Der Einfluss von Software-Konzernen und Testindustrie auf die
Schulen ist kritisch zu betrachten.<

Was soll das genau heißen? Leerformel.

>- Ein noch so guter Online-Unterricht kann keinen Präsenzunterricht
ersetzen.<

Der Gegensatz von online ist offline, der Gegensatz von Präsenzunterricht ist Fernunterricht. Präsenzunterricht sollte die Normalform des Unterrichts sein, Präsenz- und Fernunterricht sollte digital gestützt ablaufen, egal ob online oder offline. Es fehlt an den einfachsten Begriffen. Bitte mal die Grundbegriffe erlernen.

>- Wir lehnen eine Digitalisierung im Kindergarten und in
Grundschulen ab.<

Das würde ich so nicht sagen. Zumindest teilweisedigital gestützter Unterricht kann auch im Kindergarten sinnvoll sein, z.B. digitale Filme, usw.

>- Alle Konzepte zur Digitalisierung müssen dauerhaft und
rechtssicher angelegt sein.<

Rechtssicher: Binsenweisheit. Dauerhaft? Man wird aber doch dazulernen dürfen?

>- Dem Daten- und Persönlichkeitsschutz ist eine hohe Priorität einzuräumen<

Binsenweisheit.

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Wer sich für ein erprobtes, pädagogisches Konzept für digitalen Unterricht interessiert, wird hier fündig:

https://geschichtszentrum.de/?cat=29

https://www.afdbundestag.de/wp-content/uploads/sites/156/2020/10/Resolution-8.-Interfraktionelles-Treffen-26.10.2020.pdf

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