Geschichte und Gegenwart – Die Belagerung von Konstantinopel 626 n.Chr.

Nach Arnold J. Toynbee entwickeln sich Kulturen jeweils unterschiedlich, je nach ihrer Fähigkeit, auf Herausforderungen angemessen zur reagieren. Einige gehen unter, Ostrom hat als Byzanz überlebt.

Unser Respekt gehört denjenigen, die 626 n.Chr. unter fast aussichtslosen Umständen in einem Zeitalter der Völkerwanderung im zeitbedingten, festen Glauben an die Unterstützung Gottes und der Gottesmutter Maria ihr Leben für die byzantinische Unabhängigkeit und Eigenständigkeit gegen die kombinierte Bedrohung durch Awaren und Perser eingesetzt haben. Sie haben damit ihre persönliche und staatliche Existenz, ihren Glauben und ihre Kultur, ihre Tradition und ihren Lebensstil für Jahrhunderte erfolgreich verteidigt. Sie haben für uns das kulturelle Erbe der Antike bewahrt, das unsere Geschichte und Kultur bis heute geprägt hat. Hätte Konstantinopel damals und später nicht standgehalten, wären wahrscheinlich weite Teile Europas heute islamisch, das orthodoxe Christentum auf dem Balkan, in Osteuropa und Russland gäbe es nicht, die Weltgeschichte wäre vollkommen anders verlaufen.

Parallelen zwischen der Spätantike und Gegenwart gibt es aber nur auf den ersten Blick. Zwar leben wir auch heute in einem Zeitalter der Völkerwanderung, nun „globale Migration“ genannt, aber alles darüber hinaus ist anders: Mitspieler, Routen, Ereignisverläufe, beteiligte Kulturen und Ideologien, Handlungsmotive, Ergebnisse, usw. Was also soll die Darstellung eines Ereignisses, das 1.400 Jahre zurückliegt, wenn damals alles anders war? Geht es uns überhaupt noch etwas an?

Die Antwort ist: Wer weiß, wie es damals war, kann Damals und Heute vergleichen und damit neue Erkenntnisse über uns Heutige gewinnen. Das ist spannend und kann überraschen, wenn auch nicht immer angenehm. Aber es lohnt sich. Es ist jedoch etwas, das der Leser selbst leisten muss. Natürlich kann man diesen Text auch als Abenteuerlektüre nehmen. Geschichtsschreiber, die damals oder kurz danach gelebt haben, berichten hier aus nächster Nähe, was geschah. Wir lassen sie teils direkt zu Wort kommen, teils geben wir ihre Berichte mit eigenen Worten wieder, wo sie dem modernen Leser zu fremd sind, und erläutern sie. Am Schluss stehen Links zu den verwendeten Quellen, die im Netz in englischer Sprache vorliegen. Soweit sie wörtlich zitiert werden, handelt es sich um Übersetzungen von mir aus dem Englischen.

Viel Vergnügen und neue eigene Erkenntnisse beim Lesen!

PDF-Datei: Die Belagerung Konstantinopels 626 n. Chr.

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