+++ Grünes Wissenschaftsministerium in Stuttgart legt verspätetes und zwischenzeitlich unnötiges Programm zur Didaktik des digitalen Unterrichts auf +++

Nach einem Vierteljahrhundert kommt jetzt der ganz große Wurf (Ironie): Das Land schreibt ein Programm zur Didaktik des digitalen Unterrichts aus, natürlich für Pädagogische Hochschulen (PH) allein oder im Verbund mit anderen PHs oder Universitäten.

Klaus Peter Rippe, Vorsitzender der Landesrektorenkonferenz der Pädagogischen Hochschulen in Baden-Württemberg, begrüßt das grundsätzlich, aber leider, leider: „Uns fehlen Leute mit Schul- und Forschungserfahrung.“

Kein Wunder, wenn man sich Jahrzehte lang nicht dafür interessiert hat. Ich kann wahrhaft ein Lied davon singen, bis heute. Und auch mit dem jetzigen Forschungsprogramm werden keine neuen Erkenntnisse kommen, sondern es werden Anhänger des Digitalutopismus den Ton angeben angeben, vorwiegend aus dem praxisfernen Hochschulmilieu.

Im übrigen ist das Programm gar nicht mehr nötig, denn die verschiedenen Richtungen haben sich ebenfalls seit Jahrzehnten bereits positioniert, nur haben Regierungen, Politik, PHs und Lehrerausbildungsseminare das eben verschlafen. Statt eines teuren Forschungsprogramms wäre eine Schulung von Politikern und Seminarleitern durch ein paar Referenten notwendig, die sich vorher auf den aktuellen Sachstand gebracht haben. Das wäre nicht nur billiger, sondern es ginge auch schneller. Und wenn man es dann noch schaffen würde, Leute mit Sachkenntnis in die Entscheidungspositionen zu hieven, wäre das ganz prima.

Hier die groben Richtungen in Sachen Digitalunterricht:

Artikel schon von 2015: Von analogen Trotteln, digitalen Euphorikern und einem digitalen Pragmatiker
https://geschichtszentrum.de/?p=14134

Josef Kraus: Konservative Kritik an der Digitalisierung der Schule
https://geschichtszentrum.de/?p=15197

https://www.schwaebische.de/sueden/baden-wuerttemberg_artikel,-so-will-der-suedwesten-die-forschung-an-digitalem-unterricht-foerdern-_arid,11260054.html

 

 

 

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