Kommentierte Netzfunde zur Digitalisierung des Schulunterrichts (2)

>Jedes Kind muss erst einmal in der Grundschule Lesen, Schreiben und Rechnen lernen. Denn das ist das Handwerk für das weitere Leben. Desweiteren kann man nicht alles am Tablet erledigen. Auch der Kopf muss immer wieder trainiert werden. Dafür sollte man den Lehrplan von vielem unnötigem Lehrstoff entrümpeln. Von diesem Unnötigen gibt es eine ganze Menge.<

Lesen, Rechnen, meines Erachtens nach auch Kopfrechnen, und Schreiben sollten natürlich in der Grundschule gelernt werden. Schreiben mit Stift und Papier, also handschriftlich. Und natürlich ist es eine Frage, ab welchem Alter Computer im Unterricht eingesetzt werden sollen. Aber ich kann handschriftlich schreiben und trotzdem digital einen Film ansehen. Dann hätten wir also einen digitalen Anteil am Unterricht, der übrigens ein Projektionsgerät im Klassenzimmer erfordert. Wie genau dieser Digitalanteil aussieht, muss die Lehrkraft entscheiden. Zum Beispiel kann es Sinn machen, bestimmte Unterrichtsergebnisse per Handyfoto zu sichern und dauerhaft oder zeitweise verfügbar zu machen. Hauptsache, es ergibt einen unterrichtlichen Mehrwert.

Und natürlich kann und soll nicht alles mit dem Tablet erledigt werden.

Dass der Kopf trainiert werden muss, ist auch klar, aber ein Argument gegen digitalisierten Unterricht ist das nicht, denn den Kopf kann ich genauso gut analog wie digital trainieren. Vom Prinzip her ist es egal, ob ich einen Text oder Bilder usw. digital oder analog vorliegen habe. Es kommt lediglich auf den Inhalt und die zugehörigen Aufgaben an.

Die Frage der Lehr-/Lerninhalte hat ebenso prinzipiell nichts mit der Frage analog oder digital zu tun, ist also auch kein Argument. Digitalisierter Unterricht heißt zunächst ja nur, dass das Unterrichtsmaterial in digitaler Form vorliegen muss, damit man die Vorteile der Digitalisierung nutzen kann. Das bedeutet zugleich, dass digital nicht weniger gelesen wird als analog, nach meiner Erfahrung eher im Gegenteil. Zum Vorteil des digitalisierten Unterrichtsmaterials kommen dann weitere Vorteile für Kooperation, Kollaboration, Kommunikation durch die Nutzung von Lernplattformen, die außerdem perfekte Transparenz schaffen. Und dann haben wir noch Multimedia.

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