Kommentierte Netzfunde zur Digitalisierung des Schulunterrichts (1)

>Ich frage mich immer, wie wir früher gelernt haben, als an Internet, Smartphones und Tablets noch nicht zu denken war.<

Hoffentlich nach damaligen Verhältnissen optimal. Aber heute bietet digitale Technik mehr pädagogische Möglichkeiten als früher.

Einfaches Beispiel Video

Früher gab es den Videowagen. Mit dem darin integrierten Fernseher konnte nur Frontalunterricht gemacht werden. Rückwärts spulen war kaum möglich, und wenn doch, dann war es eine Sucherei, bei der schwer auf den Punkt zu kommen war. Heute ist der Film digital erhältlich, jeder Schüler kann darauf zugreifen. Die Mediaplayer erlauben punktgenaues Anspringen von Stellen. Entsprechende Programme erlauben auch eine Untersuchung Bild für Bild.

Mit anderen Worten: Kein Frontalunterricht, Filme können mit Aufgaben versehen werden ganz analog zu Texten, wo Textstellen angegeben werden. Aussagen zum Film können durch Belegstellen wie im Text untermauert werden. Schlüsselbilder können festgehalten und mit Bildanalysemitteln und Grafikprogrammen untersucht werden. Videocassetten gibt es heute nicht mehr. Wer Filme im Unterricht einsetzen will, MUSS heute digital arbeiten. Der Deutschunterricht, der immer noch über weite Strecken im Gymnasium Literaturunterricht ist, kann endlich auch in Teilen Filmunterricht werden.

Werden die Aufgaben digital gestellt, können sie auch in digitaler Form beantwortet werden. Das heißt, die Lösungen können hinterher bei einer Besprechung kommentiert und verändert werden. Aufgaben und Lösungen können für alle Mitglieder einer Lerngruppe zugänglich gemacht werden. Noch nach Wochen, Monaten und Jahren kann alles nachgeschaut werden, Transparenz pur. Der Unterricht in diesem Fall kann sowohl im Präsenzunterricht als auch rein online als auch in Form einer Kombination aus beidem („Blended Learning“) gehalten werden.

Beispiel „Unterrichtseinheit Zeitung“

Das war früher eine Standard- Unterrichtseinheit. Wenn Sie das heute noch machen wollen, versäumen Sie den ganzen Bereich von Online- Medien und Social Media. Das geht gar nicht. Wenn Sie digital arbeiten, können Sie eine Zeitung selbst erstellen lassen, ganz oder in Teilen. Man kann journalistischem Arbeiten dabei u.U. recht nahe kommen. Sie kommen ohne Ende an aktuelles Material, und zwar dalli und mit wenigen Klicks. Es ist alles lediglich ein Problem der Unterrichtszeit.

Fazit

Der Netzfund- Kommentar zeugt einfach nur von völliger Unkenntnis der unterrichtlichen Möglichkeiten digitaler Technik, wahrscheinlich auch profunde Unkenntnis dessen, was Computer heute alles können. Ist leider so.

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