Gibt es Wichtigeres für die Schulen als die Digitalisierung?

Ich habe dieses Buch gelesen:
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Dieses Buch empfehle ich allen, die wissen wollen, wie es beispielhaft in einer Brennpunktschule (Grundschule) in einem Ballungsraum, hier Frankfurt, aussieht. Der Wechsel in der Schüler- und Elternklientel hat dazu geführt, dass in der Schule vielfach erst Voraussetzungen für eine Beschulung mit hohen Anstrengungen und hohem Engagement geschaffen werden müssen, die man früher noch voraussetzen konnte, heute aber nicht mehr.
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Dies hier ist ein Blog, der sich mit der Digitalisierung der Schule beschäftigt. Deswegen gab mir folgende Passage in Ingrid Königs Buch zu denken:
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“Nun sind ja laut Koalitionsvertrag von SPD und CDU/CSU fünf Milliarden Euro aus dem Digitalpakt für die Digitalisierung der Schulen vorgesehen. … Weitere 3,5 Milliarden € sind für die Sanierung von Schulgebäuden vorgesehen. Aber müsste es nicht genau andersherum sein? Müssten nicht erst einmal neue Schulen gebaut und alte umfassend saniert werden? Müssen diese nicht erst einmal mit genügend Personal ausgestattet werden, mit einer qualifizierten Ganztagsbetreuung, Sozialpädagogen, Förderlehrern und vielem anderen mehr? 118 Milliarden Euro sind dafür nach Berechnungen des Lehrerverbands nötig.
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In der deutschen Schulpolitik stimmen einfach die Prioritäten nicht. Denn was nützt die neueste, schönste (bitteschön, nicht falsch verstehen!) digitale Ausstattung, wenn es durchs Dach regnet? Auch hilft es wenig, den Schulen allerlei Geräte (die im übrigen rasen schnell vor alten) hinzustellen, wenn es keine geeigneten pädagogischen Konzepte für das Lehren und Lernen mit digitalen Medien gibt. Entsprechende Fähigkeiten müssen zudem erst im Studium und in Fortbildungen vermittelt werden.”
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Dem lässt sich meines Erachtens schwer widersprechen. Angesichts knapper Mittel einerseits und der Dringlichkeit der von Ingrid König genannten Aufgaben andererseits kann hier nur eine Prioritätenliste helfen.
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Statt alle Schulen zu gleicher Zeit in gleicher Art digital auszustatten, bieten sich folgende Prioritäten an:
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  • zuerst die Berufsschulen
  • dann die Gymnasien und gymnasialen Oberstufen
  • dann die Sonderschulen. Diese könnten u.U. auch noch vor den Gymnasien kommen
  • dann die Realschulen abwärts bis zu Grundschulen und Vorschulen.

Im Bereich der technischen Ausstattung hielte ich folgende Prioritäten für wichtig:

  • zuerst die Beamer oder sonstigen Projektionsgeräte, damit die Motivierten loslegen können
  • dann WLAN
  • dann die Lernplattform
  • dann der Rest

Im Bereich der Fortbildung ist m. E. die Einarbeitung in die Lernplattform prioritär.

Nun ja. Ich bin nur ein pensionierter Lehrer. Die Entscheider interessiert das ohnehin nicht.

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