150 Millionen für die Digitalisierung der Schulen. Pauschal?

„150 Millionen Euro investiert das Land [Baden-Württemberg] in die Digitalisierung der Schulen. Darauf haben sich die Kommunalverbände und das Finanzministerium vergangenes Jahr geeinigt. Das Geld fließt unabhängig von den versprochenen Milliarden aus Berlin, über die der Bund und die Länder noch streiten. Die erste Hälfte der Landesmillionen sollen die Kommunen im Juni bekommen, und zwar als Pauschale.“ (SchwäZ)

Das stößt auf Kritik, weil zwischen Land und Kommunen seit 2016 die sogenannten „Multimedia-Empfehlungen für Schulen“ ausgearbeitet wurden, in denen ein detailliertes Ausstattungskonzept vereinbart wurde. Da hätte es sich angeboten, das Geld projektgebunden im Rahmen der Multimedia- Empfehlungen an die Kommunen zu geben. Das wiederum würde eine Prioritätensetzung bei der Umsetzung der Empfehlungen voraussetzen. Aus meiner Sicht wäre es angebracht, das Geld in die Ausstattung von Klassenzimmern mit schnellem Internet, WLAN und Projektionsgeräten zu stecken und gleichzeitig im Hinblick auf die Folgekosten auf BYOD zu orientieren. Das Ganze, soweit die Mittel reichen. Es kann ja auch reichen, erst einmal als Einstiegsphase einen Gebäudeteil des Schulhauses auszustatten. Es ist ja ohnehin so, dass am Anfang erst eine Minderheit von Lehrern überhaupt interessiert ist. Diese müssten erst einmal identifiziert werden und primär in den Genuss der hochwertigen Ausstattung kommen. Da müssten dann die Schulleiter und schulischen Organisationsabteilungen so flexibel sein, den engagierten Lehrern die entsprechenden Klassen zuzuweisen, die im modernisierten Gebäudeteil untergebracht sind.

Hauptsache ist, es passiert erst einmal etwas. Dies wäre eine Teilumsetzung der Multimedia- Empfehlungen.

Das Geld sollte nicht in den Erhalt des bisherigen Bestandes investiert werden. Dafür müssten die Kommunen aus eigener Kraft aufkommen, denn diese Mittel haben sie ja selbst eingeplant, als sie die Schulen ausgestattet haben.

Die Multimedia- Empfehlungen sind bisher formal noch nicht beschlossen.

„Alexis von Komorowski, Hauptgeschäftsführer vom Landkreistag, erklärt warum. Die im Papier erarbeiteten Standards seien gut. Das Landesgeld reiche aber nicht, um die Empfehlungen auch langfristig umzusetzen. „Wenn wir die in Kraft setzen, wird das eine Dauerbelastung sein, es werden dauerhafte Betriebskosten entstehen. Dafür brauchen wir eine grundlegende Verständigung mit dem Land.“ Ähnlich argumentiert der Gemeindetag.“ (SchwäZ)

Es würde sich meiner Meinung nach anbieten, hier einen Mittelweg zu gehen: einerseits Prioritätensetzung und zeitliche Streckung bei den Multimedia- Empfehlungen, andererseits mehr Geld bereit stellen. Da müsste im Hinblick auf Folgekosten BYOD verankert werden. Da wäre zu überlegen, ob Computerräume noch auf Dauer Sinn machen, wenn man auf BYOD orientiert, oder ob man bei drei Computerräumen vielleicht einen einsparen kann. Vor allem müsste man sofort eine bereits bestehende Online- Plattform einführen, nämlich meiner Meinung nach WebWeaver.

https://www.schwaebische.de/sueden/baden-wuerttemberg_artikel,-digitalisierung-an-unseren-schulen-pro-sch%C3%BCler-gibts-50-euro-_arid,10995226.html

http://www.staedtetag-bw.de/Quicknavigation/Startseite/P-303-2017-Az-200-00-Digitalisierung-der-Schulen-Städtetag-legt-Vorschlag-für-Einigung-mit-dem-Land-vor-15-05-2017-.php?object=tx,2295.23&ModID=7&FID=2295.6966.1&NavID=2295.7

Kommentare sind abgeschaltet.