Wie multimedial ist ein Schulbuch aus PDF- Dateien?

Natürlich gar nicht, aber darauf kommt es auch gar nicht an. Entscheidend ist vielmehr die Tatsache, dass PDF- Dateien DIGITAL sind und mit Links das Fenster in die digitale Welt öffnen. Man braucht gar kein MULTIMEDIALES Schulbuch, sondern nur ein DIGITALES Schulbuch. Von der PDF- Datei kann ich dann verlinken auf

  • Audios
  • Videos
  • Interaktive Seiten

Das Geschichtszentrum verfügt zum Beispiel über eine ganze Reihe interaktiver Karten und Verfassungen sowie über Audios, auf die von den PDF- Dateien einfach verlinkt wird, und fertig.

Aber mehr noch: PDF- Dateien erlauben aufgrund ihres digitalen Charakters auch die einfache ZUSAMMENARBEIT über das Web. Diese kann auf unterschiedliche Art organisiert sein: per E- Mail bis hin zur Nutzung von Lernmanagement- Systemen (LMS) wie lo-net2 oder Moodle. Man verschickt die PDF- Dateien einfach oder stellt sie ins LMS ein. Man braucht also

  • weder ein multimediales Schulbuch
  • noch interaktives Schulbuch
  • noch ein Schulbuch mit irgendwie integrierter Funktion zur Kollaboration

sondern man nimmt einfach die Werkzeuge in Anspruch, die das Internet ohnehin massenhaft zur Verfügung stellt:

  • LMS
  • GOOGLE- Drive
  • Chaträume
  • usw.

kurz alles, was man für den Unterricht braucht. Das Ganze hier mal als Grafik: Tor zur Welt – Verlinkte PDF- Dateien

Statt sich beim Schulbuch zu verkopfen, bietet es sich an, pragmatisch vorzugehen, mit den vorhandenen Standardwerkzeugen zu arbeiten, sich am technischen Kenntnisstand des Durchschnittslehrers zu orientieren, sich die hohen Entwicklungskosten für neuartige Schulbücher zu sparen und sich auf die Kernaufgabe aller Schulbücher aller Zeiten zu konzentrieren, nämlich den Schülern didaktisch aufbereitetes, verständliches Material zur Verfügung zu stellen. Man kommt sich dabei als Schulbuchautor vielleicht nicht so dolle innovativ vor, man wird von der Szene ignoriert, man kommt nicht im Radio oder Fernsehen, braucht auch kein Fachchinesisch zu sprechen, ist aber in Wirklichkeit effektiver und schneller als all die tollen Projekte, die mit viel Zeit- und Geldaufwand erst morgen oder übermorgen vielleicht funktionieren.

Die Idee, ein multimediales Schulbuch zu schaffen, hängt im Grunde der traditionellen und heute überholten Vorstellung an, dass im Schulbuch alles Material, das für den Unterricht benötigt wird, komplett enthalten sein müsse. Das Konzept von „GESCHICHTE ALS DENKFACH – Das digitale Lehrbuch des Geschichtszentrums“ geht dagegen von den technischen Möglichkeiten der Vernetzung aus, stellt nur ein Kernmaterial für den Unterricht als PDF- Dateien zur Verfügung und verlinkt einfach nach außen für den Rest. Dieser Ansatz scheint mir medienadäquater und deshalb moderner als der eines multimedialen Schulbuchs.

Und hier geht’s zu GESCHICHTE ALS DENKFACH – Das digitale Lehrbuch des Geschichtszentrums

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